This is an old revision of the document!


Armanentradition

Die Armanentradition als das deutsche Druidentum zu bezeichnen, würde vielen Druiden unrecht tun. Sicher, es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den Lehren der Armanen und denen der (meist altkeltischen) Druiden hierzulande. Doch während der deutsche Vereinigte Orden der Druiden (VAOD) weltoffen und in ein Netzwerk internationaler Dachorganisationen eingebunden ist, bilden die Armanendruiden eine verschlossene, geheimniskrämerische Gruppierung, die höchstens in engerem Kontakt zur Thule-Gesellschaft, dem Siegfried-Bund oder dem Humanis Policlub steht.

Und das aus gutem Grund: Der Armanenorden hängt ethisch wie juristisch höchst bedenklichem, ultrarassistischem Gedankengut an, in dessen Zentrum ein (weißes und menschliches) „Herrenvolk“ steht, mit dem „Stamm der Germanen“ als Führungskaste. Diese kompromisslose Rassenlehre formen die Armanen mit dem territorialen Denken des klassischen Druidentums und nordischem Götterglauben zu einer ideologischen Chimäre, die obendrein auch noch eine faschistische und politische Agenda verfolgt. Wichtigster Vordenker und Begründer dieses kruden wie gefährlichen Gedankengebäudes, das sich „Ariosophie“ nennt, war der Österreicher Guido List, der im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sein Unwesen trieb.

Die Armanen nehmen ausschließlich Menschen in ihre Reihen auf; unter ihnen ist eine recht hohe Anzahl an Adepten zu  nden, die sich – im Geiste der propagierten „rassischen“ Überlegenheit – der magischen Verbesserung ihrer körperlichen Fähigkeiten verschreiben. Frauen werden geduldet, haben aber geringe Chancen, in der Hierarchie des Ordens aufzusteigen, der eine Vielzahl an Rängen mit verwirrenden Titelnamen aufweist. Die höheren Ämter, wie die Leitung der lokalen Haine oder gar der Distrikthaine, stehen ausschließlich männlichen Vollzauberern offen. An der Spitze des Ordens steht Reichs-Hoch-Edel-Groß-Erzdruide Rainolf Beer, der die Geschicke der Armanen vom „Reichsgroßhain“ zu Füßen des Kyffhäusers lenkt. Trotz der albernen Namen wäre es fahrlässig, die Anhänger dieser Tradition als Spinner abzutun – Spinner sind es gleichwohl, jedoch leider auch kompetent und gefährlich; immerhin existierten sie bereits eine ganze Weile vor dem Erwachen und haben in all der Zeit eine Menge an okkultem Wissen angesammelt.

Wie andere druidische Traditionen haben die Armanen einen Schwerpunkt in der Beschwörungs- und Ritualmagie, wobei Geister gerne in der Gestalt von Wesen aus der nordischen Mythologie gerufen werden. Was blutmagische Praktiken angeht, sind ihre Berührungsängste ähnlich schwach ausgeprägt wie etwa bei Anhängern der Aztekischen Tradition.