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Magie der Roma und Strassennomaden
| Combat | Guardian |
|---|---|
| Detection | Beast |
| Health | Plant |
| Illusion | Air |
| Manipulation | Man |
| Drain | WIL + CHA |
Viele Erwachte berichten davon, dass ihre Magie zum ersten
Mal in einer akuten Bedrohungssituation zum Vorschein
kam. Und so ist es vielleicht der Militärregierung
Stöckter und ihren Repressalien gegen die Bevölkerungsminderheit
der Sinti und Roma zuzuschreiben, dass die
„Zigeunermagie“ – wie die einen sie abfällig, die anderen
jedoch mit trotzigem Stolz bezeichnen – im Jahr 2014 erwachte.
Die Sinti und Roma gehörten zu den ersten Magiewirkern
in Deutschland.
Die Magie der Sinti und Roma ist von tiefer Spiritualität
geprägt und weist starke Parallelen zum nordamerikanischen
Schamanismus auf: Auch hier fällt den Zauberern
– häu g „Richter(in)“ oder „Weiser Mann/Frau“
genannt – eine Vermittlerrolle zwischen der Sippe und
den allgegenwärtigen Geistern, den „Mulé“ (Singular
„Mulo“), zu. Die Mulé werden als die Seelen verstorbener
Sippenmitglieder, Tiergeister aus der heimischen Natur
oder Elementarkräfte wie der Wind (der „Atem des Teufels“)
wahrgenommen und gelten als vage bedrohlich.
Im schlimmsten Fall nehmen sie eine überaus neugierige
oder gar offen feindselige Gesinnung ein, idealerweise
aber sind die Mulé am Zauberer und seiner Sippe desinteressiert.
Durch das Befolgen unzähliger Verhaltensund
Reinheitsregeln soll jenes Desinteresse gewahrt bleiben
(„Berühre niemals die Haare eines Kindes“, „Blicke
niemals in blaue Augen“, „Der ganze Besitz eines Sinto
muss nach dessen Tod verbrannt werden“).
Die meisten Angehörigen dieser Tradition wählen sich
einen Schutzgeist: Beliebt sind (einheimische) Tiere –
insbesondere, wenn der Zauberer glaubt, Wesenszüge
mit diesen zu teilen. Weibliche Sinti und Roma verehren
sehr häu g die „Große Mutter“ (sei es als Anhängerinnen
eines Marienkultes, wenn sie katholischen Glaubens
sind, oder in einer archaischeren Form). Männliche Erwachte
begeistern sich hingegen für Konzepte wie den
„Weisen Krieger“ oder den „Drachentöter“ und folgen
diesen Idealen mit einer spöttisch-augenzwinkernden
Ritterlichkeit.
Neben den bereits erwähnten Beschwörungen praktizieren
die Zauberer der Roma und Sinti auch Alchemie
sowie Ritualmagie und verstehen sich auf die Herstellung
von Foki. Auch das Legen von Tarot erfüllt eine wichtige
rituelle Funktion, gerade für die beliebte Traum- und Zukunftsdeutung.
Spruchzauber werden erlernt, wenn sie
einen hohen praktischen Nutzen haben. Adepten bedienen
sich ihrer Kräfte häußg zur Verstärkung ihrer sozialen
Fertigkeiten.
Ebenso wichtig ist der Familien- und Sippenerhalt,
egal, ob es sich dabei nun um eine friedliebende Kommune
oder einen gewaltbereiten Straßennomaden-Clan
handelt.
Viele deutsche „Schamanen“ sind in Wirklichkeit Anhänger dieser Tradition, die weit über die Fahrende Gemeinschaft hinaus Verbreitung gefunden hat und an den Unis Berlin und Erfurt studiert werden kann.